Geschichte der
Österreichischen Gesellschaft für Baurecht

Dr. Alfons Huber

Mitte der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts begannen Diskussionen zwischen Juristen der Bauherrenseite, der Auftragnehmerseite und von Seiten der Wissenschaft über die Sinnhaftigkeit der Gründung eines Vereins, in dem baurechtliche Themen vorgetragen und erörtert werden könnten und der auch Lösungsvorschläge für auftretende Probleme bis hin zu legistischen Vorschlägen erarbeiten könnte.
Frühzeitig waren auch Architekten, Zivilingenieure, Anwälte und Mitarbeiter des Österreichischen Normungsinstituts miteingebunden.
So kam es, dass 1978 ein Proponentenkomitee bestehend aus den Herren

  • Min.Rat Dr. jur. Fritz Honsak, BM für Bauten und Technik
  • Dr. jur. Alfred Holoubek, Geschäftsführer der BUWOG
  • Ing. Dr. jur. Gerhard Hartmann, Referent des Österreichischen Normungsinstituts
  • Dr. jur. Alfons Huber, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Baugesellschaft - A. Porr AG und
  • Dr. jur. Viktor Vodnyansky, Geschäftsführer der Vereinigung Industrieller Bauunternehmungen Österreichs

für den 14.6.1978 zur Gründungsversammlung mit folgendem Schreiben einlud:

„Mannigfaltige Probleme, die sich aus der Interdependenz Technik – Recht – Wirtschaft sowohl im öffentlichen Recht als auch im Rahmen des privaten Baurechtes ergeben, fordern die Schaffung einer Institution, die es ermöglicht, auf neutraler Ebene diese Probleme zu diskutieren und Lösungsmodelle zu suchen.
Diese Institution, die, in der Rechtsform eines Vereins konstituiert, die Bezeichnung „Österreichische Vereinigung für Baurecht“ führen und ihren Sitz in Wien haben wird, macht sich zur Aufgabe, sich mit allgemeinen rechtlichen Fragen zu befassen, die, ausgehend vom Verhältnis Auftraggeber – Auftragnehmer, in der Bauwirtschaft entstehen und sowohl dem öffentlichen Recht als auch dem Privatrecht zugeordnet werden können.
Im Ausland hat die außerordentliche Bedeutung, die diesem Problemkreis für Wirtschaft und Verwaltung zukommt, bereits vor Jahren zur Gründung entsprechender nationaler Vereinigungen geführt.“

Tatsächlich hatten die Proponenten wertvolle Anregungen durch Kontakte mit der Deutschen Gesellschaft für Baurecht und der Niederländischen Gesellschaft für Baurecht, die schon seit Jahren bestanden und auf eine erfolgreiche Tätigkeit verweisen konnten, erhalten. Wechselseitige Besuche von deren Präsidenten RA Prof. Wolfgang Heiermann, Frankfurt und RA Dr. Rozemund und Generalsekretär Dr. Straver in Amsterdam brachten wertvolle Anregungen, die noch heute mit Dank festgehalten seien.

Der Verein wurde von der Vereinsbehörde mit Bescheid vom 7. August 1978 genehmigt.

In der ersten Generalversammlung vom 19. September 1978 wurden folgende Personen in den Vorstand gewählt:

Bergrat h.c. Dr. Dr.h.c. Karl Bergmann
Dr. jur. Kurt Böhm.
Ing. Dr. jur. Gerhard Hartmann
Dr. jur. Christian Heu
Dir. Dr. jur. Alfred Holoubek
Min.Rat Dr. jur Friedrich Honsak
Dir. Dr. jur. Alfons Huber
Dir. Dr. jur. Gerhard Kerschbaumer
Dr. jur. Arne Kotnigg
o.Univ. Prof. Dr. jur. Heinz Krejci
Min.Rat Dr. jur. Helmuth Marhold
Dir. Dr. jur. Werner Pollak
Dr. jur. Günther Tschepl
Dir. Dr. jur. Franz Vogler
Dr. jur. Viktor Vodnyansky

In der anschließenden Vorstandssitzung wurden die Funktionäre des Präsidiums einstimmig wie folgt bestimmt:

Präsident   Dr. jur. Fritz Honsak
Vizepräsident   Dr. jur. Alfred Holoubek
Vizepräsident   Dr. jur. Alfons Huber
Schatzmeister   Dr. Jur. Viktor Vodnyansky
Generalsekretär   Ing. Dr. jur. Gerhard Hartmann

Eines der erklärten Motive war auch das Bestehen zahlreicher Vereinigungen für Techniker als Podium für Diskussionen, Meinungsaustausch und Meinungsbildung, wodurch das Fehlen einer vergleichbaren Institution für Baujuristen merkbar wurde.

Eine vom Beginn ihrer Tätigkeit an maßgebliche Materie war und blieb für die Gesellschaft das öffentliche Vergabewesen und das Bauvertragswesen.
Noch im November des gleichen Jahres fand die erste Sitzung des Wissenschaftlichen Beirates statt, dem folgende Professoren angehörten, von denen viele noch heute und all die Jahre über der Gesellschaft als Vortragende verbunden sind:

 

o.Univ.-Prof. Dr. Theo Mayer-Maly
o.Univ.-Prof. Dr. Karl Korinek
o.Univ.-Prof. Dr. Heinz Krejci
o.Univ.-Prof. Dr. Josef Kühne
o.Univ.-Prof. Dr. Josef Aicher
o.Univ.-Prof. Dr. Peter Doralt
o.Univ.-Prof. Dr. Hans Georg Ruppe
o.Univ.-Prof. Dr. Manfred Straube

Die erste Veranstaltung der Gesellschaft am 30. Oktober 1979 zeigte die umfassende Palette der behandelten Themen:

o.Univ.Prof.
Dr. Karl Korinek
  Öffentlich-rechtliche Grundlagen der Auftragsvergabe;
Rechtsgrundlagen und Kontrolle
Univ.Ass
Dr. Denk
  Das Unterangebot aus der Sicht der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre
RA Prof.Dr. Wolfgang Heiermann   Privatrechtliche Wettbewerbsregeln auf dem deutschen Baumarkt
o.Univ.-Prof. Dr. Heinz Krejci   Der Irrtum im Angebot

m Frühjahr 1979 wurde die Gesellschaft im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Bundesministeriums für Bauten und Technik zur Problematik von Unterangeboten und zur Erarbeitung von Kriterien und Verfahren zur Ermittlung des Bestbieters aktiv. Diese Bemühungen führten zu einem umfangreichen Forschungsauftrag. Mehr als einen Dutzend Experten behandelten in einer umfassenden Form alle Sparten des öffentlichen Auftragswesens, eine Untersuchung, die auch in den Folgejahren wertvolle Grundlangen für Gesetzesentwürfe und organisatorische Maßnahmen darstellte. Der Schlussbericht wurde von o.Univ.Prof. Dr. Josef Aicher erstellt. Die Arbeit fand reges Interesse, so auch seitens deutscher und Schweizer Besteller. Sogar jetzt noch gehen Anfragen ein.
Die umfangreiche Arbeit umfasste folgende Detailstudien:

Univ.Prof. Dr. Karl Korinek und
Univ.Ass Dr. Stephan Schwarzer
  Öffentlich-rechtliche Grundlagen und Probleme des Vergabewesens
Univ.Prof. Dr. Heinz Krejci   Zivilrechtliche Grundfragen der Vergabe öffentlicher Aufträge
Hofrat DI Hans Hopfmüller   Probleme der Vergabe von Bauleistungen aus praxisorientierter Sicht im Bereich des Bundeshochbaues
GD Dkfm. Karl Just
Dr. Christian Heu
  Die Vergabe von Bauleistungen aus der Sicht ausgegliederter Rechtsträger
Hofrat DI A. Hazivar   Probleme bei der Vergabe von Bauleistungen
Dr. Alfons Huber   Präqualifikation; selectiv-tendering Verfahren
Prof. Dr. Franz Pallin   Rechtliche Aspekte einer Reform des Vergabewesens
Präs.Dr. Jörg Kandutsch   Möglichkeiten der begleitenden Kontrolle bei Großbauvorhaben
Univ.Prof. Dr. Josef Aicher   Die Problematik von Unternehmenseinsatzformen für die Durchführung von Aufträgen aus den Blickwinkel der ausgegliederten Rechtsträger
Dr. J. Fink
Dr. G. Tschepl
  Probleme der Vergabe von Bauleistungen aus der Sicht der Interessenvertretungen
Beiträge der VIBÖ zu ausgewählten Fragen   Ausgewählte Probleme des Vergabewesens aus der
Sicht der industriellen Bauunternehmungen
Baurat h.c. Arch.
Dipl.-Ing. Gerhard Dubin
  Anwendbarkeit der Nutzwertanalyse im
Vergabeverfahren
Mag. K. Rossmann, Österr. Inst. f.
Berufsbildungsforschung
  Vergabe und Arbeitsplatzsicherung
Judith v.d. Stichelen, Belgien   Das öffentliche Vergabewesen in Belgien

Aus (leider) aktuellem Anlass wurde von RA Dr. Michael Graff das Seminar „Probleme des Insolvenzrechts bei Bau-Arbeitsgemeinschaften“ abgehalten. Vor allem die anwesenden Baukaufleute wurden in gut verständlicher Form mit den Grundzügen des Konkurs- und Ausgleichsrechts vertraut gemacht.

Im Dezember 1979 wurde eine internationale Baujuristenkonferenz abgehalten, an der Vertreter aus Deutschland, den Niederlanden, aus England, Belgien und Italien teilnahmen.

Im Oktober 1980 fand eine erste Studienreise ins Ausland, und zwar nach Hamburg statt, wobei sich die Gelegenheit ergab, mit Politikern der Stadtverwaltung über Probleme des Vergaberechts zu diskutieren. Eine internationale Baujuristenkonferenz in Brügge befasste sich mit den Problemen der Generalunternehmerverträge, an der diesmal auch Vertreter aus Frankreich teilnahmen. Diese Runde kann als Vorläufer der „Europäischen Gesellschaft für Baurecht“ gelten, die 1981 zunächst in Mailand und mit Bestätigung anlässlich einer Sitzung in Venedig gegründet wurde, als deren 1. Präsident Dr. jur. Fritz Honsak bestimmt wurde. Die ersten Mitglieder waren die Gesellschaften Deutschlands, der Niederlande, Italiens und Österreichs. Im selben Jahr wurde in Linz ein Seminar über „Probleme der Produkthaftpflicht“ abgehalten, u.a. mit den Referenten Dr. Posch und o.Univ.Prof. Dr. Krejci.

Im Jänner 1981 veranstaltete die Gesellschaft ein Symposium zur Reform des Vergaberechts mit Vorträgen der Referenten der Forschungsarbeit. Der zu diesem Zeitpunkt vorgelegte Entwurf eines Vergabegesetzes war Anlass, die Erkenntnisse der Forschungsarbeit entsprechend einzubringen.

Im September 1982 fand ein Symposium „Bauen im Ausland“ in Salzburg statt, es referierte u.a.Ministerialrat Mag. Staringer vom BM f. Finanzen über „Grundzüge der österreichischen Exportförderung“. Die diesjährige Baurechtsreise führte nach Rom.

Im März 1983 wurde ein Symposium über die „ÖNormen des Verdingungswesens“ mit den Vortragenden o.Univ.Prof. Dr. Krejci, Frau Dr. Langer, Min.Rat DI Schultz und DI Dr. Hartmann abgehalten, das mit 100 Teilnehmern auf großes Interesse stieß. Die Studienreise dieses Jahres führte nach Holland, wo neben Fachvorträgen Damm-und Deichbauten besichtigt wurden. Im gleichen Jahr wurde das Institut für Baurecht gegründet, das weitgehend in Personalunion mit Funktionären der Gesellschaft mit starker wissenschaftlicher Ausrichtung geführt wird.

1984 wurde über das „Neue Insolvenzrecht“ referiert und eine Veranstaltung „Zur Reform der Wohnbauförderung“ abgehalten. Die Studienreise führte nach Stockholm. Ein über Initiative von Dr. Hartmann organisierter Ausbildungslehrgang über Vergabewesen, Bauvertragswesen, Kalkulation, Preisumrechnung mit den Referenten aus dem Mitgliederkreis und mit dem Thema befassten Technikern fand regen Zuspruch und musste mehrmals wiederholt werden. Es war dies die erfolgreichste Veranstaltungsserie über Jahre, an der u.a. als Vortragende folgende Herren mitwirkten:
DI Dr. Gerhard Hartmann, Dr. Gerd Larcher, Dr. Schopf, Dipl.-Ing. Wollmann, Dipl.-Ing. Stieber, Dipl.-Ing. Hochmaier und Dipl.-Ing. Wolkerstorfer.

Im gleichen Jahr konnte die Gesellschaft im neu erbauten Haus des Österreichischen Normungsinstituts im Hinblick auf vielfache personelle und fachliche Verschränkungen ein kleines Büro beziehen.

Im Oktober 1985 hielt die Gesellschaft mit den Vortragenden Prof. Dr. Korbion und o.Univ.Prof. Dr. Krejci ein Symposium über „Die Bedeutung der Regeln der Technik im Baurecht“, der deutsche Bautenminister Dr. Schneider referierte am 30.10.1985 im Österr. Ingenieur- und Architektenverein.
In diesem Jahr erreichte der Mitgliederstand erstmals die Zahl von 100. Im Rahmen der alljährlich stattfindenden Veranstaltungen der Europäischen Gesellschaft für Baurecht fand in diesem Jahr eine Tagung in Wiesbaden zum Thema „Die FIDIC -Bedingungen“ statt. Die Studienreise führte nach Madrid.

1986 Dr. Stefan Schwarzer, Univ. Prof. Dr. Raschauer, GD DI Pöchhacker, BMin. Dr. Übleis und Staatssekretär Eipeldauer referierten bei einem Symposium „Bauen und Umwelt“, das sehr gut besucht war. Eine weitere Veranstaltung war dem Zivilschutz gewidmet. In diesem Jahr führte die Studienreise nach Edinburgh.

Im Oktober 1987 wurde ein Symposium zum Thema „Rechtsprobleme des Baugrundrisikos“ mit den Herren Prof. Korbion, Düsseldorf, o.Univ.Prof. Dr. Krejci und DI Schurmann von der Vereinigten Haftpflichtversicherungs-AG Hannover abgehalten. Die Studienreise führte nach Istanbul, wo u.a. die neue Bosporus-Brücke besichtigt wurde und mit dem österreichischen Handelsdelegierten die Chancen österreichischer Baufirmen im Land erörtert wurden.

Im November 1988 wurde ein Symposium zum Thema „Die Bauwirtschaft im EG-Binnenmarkt“ veranstaltet, zu dem Horst Franke vom Hauptverband deutscher Bauindustrie, Prof. Dr. Ehm vom Ministerium für Bauordnung, Bauwesen und Städtebau in Bonn und o.Univ.Prof. Dr. Aicher, GD Braun von der EG Kommission und o.Univ.Prof. Dr. Krejci referierte. Auch Steuer-und Lohnverrechnungsfragen waren Themen von Seminaren. Die Baurechtsreise führte in diesem Jahr nach Lissabon.

Im Juni 1989 war die „Vergabeordnung für öffentliche Bauten“ und „RVS-Bestimmungen“ ein Thema, zu deren Zustandekommen Mitglieder der Gesellschaft initiativ beitrugen, und war Gegenstand einer Veranstaltung mit 100 Teilnehmern. Baukalkulation und Steuerreform waren weitere Seminarthemen. Die Studienreise führte in diesem Jahr in die Westschweiz, zur Universität Fribourg.

1990 wurde neuerlich das Seminar „Baukalkulation zu ÖNorm B 2061 mit dem Personalcomputer“ mit den Vortragenden DI Dr. Ellmer und DI Wolkerstorfer erfolgreich wiederholt. Im Juni 1990 war die „Haftung des Bauunternehmers“ Gegenstand von Referaten der Professoren Dr. Aicher und Dr. Krejci, sowie hinsichtlich des Versicherungsteils von Dr. Larcher. RA Dr. Kurbos hielt im Oktober ein Seminar
„Rechtspraxis für den Bauleiter“, das ebenfalls mehrfach wiederholt wurde. Im November folgte eine neuerliche Veranstaltung zum Thema „Bauen und Umwelt“ mit den Referenten Prof. Dr. Raschauer, Dr. Fenz, Dr. Müller, Dr. Schwarz, DI Zittnig und DI Steinmaurer. Die Studienreise führte in diesem Jahr nach Dänemark.

Im September 1991 fand ein Seminar über „Der Bauunternehmer und die Entwicklung des Umweltrechts in Österreich“ statt mit den Referenten Dr. Funk, Dr. Brezovic, Dipl.-Ing. Steinmaurer und Dr. Müllner. Die Baurechtsreise führte in diesem Jahr nach Hamburg.

Im September 1992 wurde gemeinsam mit dem Österreichischen Normungsinstitut ein Symposium zum Entwurf eines Bundesvergabegesetzes abgehalten, bei welchem SC Dr. Holzinger, o.Univ.Prof. Dr. Korinek, Univ.Prof. Dr. Aicher, Frau Min.Rat Lampe-Helbig (BRD) sowie Dr. Holoubek referierten und das mit 130 Teilnehmern außerordentlich gut besucht war. Die erfolgreichen Seminare „Rechtspraxis für Bauleiter“ in 3 Abschnitten von RA Dr. Kurbos wurden wiederholt, womit sich die Seminarzahl bereits auf 10 erhöhte. Gemeinsam mit dem Österreichischen Normungsinstitut wurden 6 Einführungsseminare zur neuen ÖNorm A 2050 abgehalten. Die Baurechtsreise führte in diesem Jahr nach Brüssel.

Der November 1993 brachte einen Höhepunkt durch die Veranstaltung der Europäischen Baurechtskonferenz in Wien, die sich den Auswirkungen des EG-Beitritts auf das Baurecht widmete. Die Studienreise führte diesmal außerhalb Europas, in die USA. In diesem Jahr übernahm DI Dr. Hartmann von Dr. Müllner die Funktion des Generalsekretärs.

Auch 1994 wurden die bewährten Seminare Dr. Kurbos und die Grundlehrgänge (Baumängel, Kalkulation, Vergabewesen) wiederholt. Die Studienreise führte in diesem Jahr nach Berlin.

Auch 1995 fanden die bewährten Lehrgänge ihre Fortsetzung. Eine Veranstaltung, gemeinsam mit VIBÖ und Österreichischem Normungsinstitut war den Vergabegesetzen in den Bundesländern gewidmet. Es referierten die Herren Professoren Dr. Korinek und Dr. Aicher, Frau Dr. Gutknecht, Herr Dr. Grussmann und HRat DI Pfeiler. Die Zahl der Veranstaltungen erreichte 21. Die Studienreise führte nach Sevilla und brachte interessante Aufschlüsse über die Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft im Baubereich in einem Land, das bereits EU-Mitglied ist. Auch internationale Baurechtskonferenzen, so in London und Heidelberg, wurden von den Funktionären der Gesellschaft zum Erwerb eines guten Informationsstandes besucht.

1996 Neben mehrfacher Wiederholung der bewährten Seminare wurde eine Studienreise in die Niederlande durchgeführt, wo ein Hauptthema ein Meinungsaustausch über Wohnbauweisen und moderne Technologie zur Kostensenkung war. Die Europäische Baurechtskonferenz fand erstmals bei der als neues Mitglied gewonnen Gesellschaft in Prag statt, die auch einen Empfang beim Tschechischen Bautenminister arrangieren konnte. Im Dezember 1996 fand gemeinsam mit dem Österreichischen Normungsinstitut eine Veranstaltung zur Novellierung des Bundesvergabegesetzes statt, bei der Univ.Prof. Dr. Aicher, Dr. Grussmann, Mag. Fruhmann und Min.Rat. Mag. Pachner referierten.

1997 wurde gemeinsam mit dem Österreichischen Normungsinstitut das Thema „Das neue Bauproduktengesetz des Bundes“ behandelt. Desgleichen das Thema „Baukostenmanagement“. Die Studienreise führte nach Avignon mit dem Schwerpunkt der Revitalisierungsprogramme für historische Bauten sowie der Planung der TGV-Trasse von Lyon nach Marseille. Eine gewisse Sättigung trat im Bereich der bisher so erfolgreichen Seminartätigkeit ein.

1998 führte die Studienreise nach Oslo. In diesem Jahr feierte die Gesellschaft ihren 20-jährigen Bestand mit einem Symposium zum Thema „Entwicklung und Tendenz im Vergabewesen“. Es referierten Prof. Heiermann und Dr. Ax (BRD), Univ.Prof. Dr. Holoubek, Mag. Platzer und Mag. Dr. Fruhmann. Verdienten Funktionären und fördernden Freunden (Prof. Heiermann, Dr. Fritz Honsak, Ing. Dr. Hartmann) wurden Urkunden bzw. Ehrennadeln überreicht. Eine Veranstaltung war dem Thema „Änderungen im Insolvenzrecht“ gewidmet. Im gleichen Jahr erfolgte nach Rücktritt des langjährigen Präsidenten Dr. Fritz Honsak, der in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannt wurde, die Wahl von Dr. Alfons Huber zum neuen Präsidenten. Ing. Dr. Gerhard Hartmann wurde zum Vizepräsidenten und Dr. Hans Gölles zum Generalsekretär gewählt. Eine Vortragsveranstaltung von o.Univ. Prof. DDr. Barfuß war dem Thema „EU-Recht“ mit seinen Auswirkungen auf die österreichische Rechtsordnung und ein Kamingespräch dem Entwurf zum Bundesvergabegesetz gewidmet. Die Baurechtsreise führte in diesem Jahr nach Oslo.

1999 In diesem Jahr hat sich die Gesellschaft intensiv in Diskussionen und Vorbereitungen zur Schaffung eines institutionalisierten Schiedsgerichts eingeschaltet. Die Europäische Baurechtstagung fand in Den Haag statt. Im November und Dezember dieses Jahres wurden Seminare über „Checkliste für Angebote, funktionale Ausschreibungen“ sowie „Aktuelle Entwicklungen im Vergaberecht“ veranstaltet.

2000 Die als neue Einrichtung eingeführten Kamingespräche mit Kurzreferaten und einer Diskussion fanden guten Anklang und waren den Themen „Jüngste Judikatur des EUGH und VfGH zum Vergaberecht“ sowie „Novelle des Wiener Vergabegesetzes sowie Wiener Vergabekontrolle“, „20%-Klausel der ÖNORM B 2110, Grundlagen und Anwendungen“, „System des Rechtsschutzes im Vergaberecht“ und „Die neuen ÖNORMEN für das Bauprojekt-und Objektmanagement“ gewidmet. Ein besonders arbeitsintensives Jahr brachte 3 Vorträge zur ÖNORM A 2050 und 4 weitere Seminare zur ÖNORM B 2110 bzw. ÖNORM A 2051. Weitere Vorträge waren „Aktuelle Entwicklungen im Vergabewesen“ mit den Referenten o.Univ.-Prof.Dr. Josef Aicher, RA MMag. Dr. Bernt Elsner, Mag. Dr. Michael Fruhmann, Dr. Thomas Haunold; Dr. Alfons Huber, HR DI Peter Pfeiler, OAR Walter Taborsky, sowie der „Novelle 2000 zum UVP-Gesetz, GewO und AWG“ mit den Referenten o.Uiv.-Prof. Dr. Bernhard Raschauer u. Dr. Karl Grün gewidmet. Weitere Veranstaltungen fanden zu den Themen „Bauvertragsanalyse: Risikomanagement unter Berücksichtigung vertraglicher Aspekte“ und „Die Anwendung der Vergabegesetze und –Normen in der Praxis“ statt und mehrere Wiederholungen des Vortrags „Baukostenmanagement und Nachtragsforderungen“. Die Baurechtsreise führte nach Warschau, wo Gelegenheit war, die Wiederaufbauarbeiten an historischen Gebäuden und Plätzen zu bewundern. Mit dem weiteren Reiseziel Krakau wurde eine der kulturellen Perlen Polens besichtigt.

Das Jahr 2001 brachte mit der Übernahme der Präsidentschaft der Europäischen Gesellschaft für Baurecht (Dr. Huber) die diesjährige Europäische Baurechtskonferenz am 5.10.2001 nach Wien. Nach Grußworten führte Vizekanzler a.D. Dr. Erhard Busek mit einem, in gewohnter Weise mitreißenden Einleitungsreferat in den Gedanken der europäischen Zusammenarbeit ein, Referenten aus der Tschechischen Republik, aus Ungarn, der Slowakischen Republik und Polen berichteten über deren Vorbereitung zum EU-Beitritt, vor allem auf baurechtlichem Gebiet. Die Österreichische Gesellschaft konnte mit Freude feststellen, dass ihre unterstützenden Initiativen für die Slowakische Gesellschaft und die Ungarische Gesellschaft, sowie einleitend für die Gründung einer Polnischen Gesellschaft mit Interesse aufgegriffen wurden. In der Folge berichtete Dr. Alfons Huber und o.Univ.Prof. Dr. Heinz Krejci von der Schaffung des Bauschiedsgerichts im Österreichischen Normungsinstitut und die hierzu verfassten ONRegeln und –Formulare, während Vizepräsidentin Victoria Russell, London, Prof. Wolfgang Heiermann, Frankfurt, Prof. Philippe Malinvaud, Paris, über die Erfahrungen mit Schiedsgerichten in ihren Ländern referierten. Domenico Campogrande berichtete über den Stand der Verhandlungen über das Gesetzespaket der EU betreffend öffentliche Aufträge, Frau Mag. Martina Winkler vom Bundeskanzleramt über die Position Österreichs hierzu. Abgerundet wurde die mit größtem Interesse aufgenommene Veranstaltung mit einem Referat von Univ.Prof. Dr. Michael Holoubek über die aktuelle Entwicklung des österreichischen Vergaberechts. In den Rahmenveranstaltungen wurden den Gästen ein Besuch im Leopold-Museum und ein Konzert der Universität für Musik und darstellende Kunst im Konzertsaal des Salesianerinnen-Klosters sowie ein Heurigenabend geboten. Der 6. Oktober war der Präsidentenkonferenz vorbehalten, bei der Victoria Russell zur Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für 2002 und Prof. Alfonso Hernandez Moreno für das Jahr 2003 gewählt wurden. Unter dem Titel „Vergaberecht Quo Vadis“ fand eine prominent besetzte Vortrags-und Diskussionsveranstaltung im Zusammenhang mit der geplanten Novelle des Vergabegesetzes statt. Auch sozialrechtliche Themen waren Gegenstand eines Seminars u.zw. über
„Trennungsgelder und Dienstreiseentschädigungen“. Über die „Vermeidung von Bauschäden“ referierte der renommierte deutsche Fachmann Senator h.c. DI Raimund Probst. „Ausschreibungsfehler und Angebotsmängel“ waren Gegenstand eines Seminars der Herren Dr. Kurbos und Dr. Gölles. Die „Reform des Gewährleistungsrechts“ war Gegenstand einer Veranstaltung mit o.Univ. Prof. Dr. Heinz Krejci. Die langjährigen Bemühungen der Vertreter der Bauwirtschaft, von einem in Europa einzigartig strengen Gewährleistungsrecht im Zusammenhang mit Schadenersatz zu einer doch einigermaßen befriedigenden Lösung zu kommen, waren das Ergebnis der neuen gesetzlichen Regelung, über die der Vortragende referierte. „Schiedsvermittlung und Schiedsgericht in Bausachen“ wurden von den Herren Min.Rat Mag. Pachner, Dr. Gölles, DI Dr. Hartmann und Dr. Huber behandelt, wobei das neu geschaffene ON-Bauschiedsgericht vorgestellt wurde. Zum Thema der viel diskutierten „ppp-Modelle“ referierten u.a. GD DI Pöchhacker, DI Jurecka und Vertreter der Asfinag und der international erfolgreich tätigen Macquarie-Bank. „Der Weg zur fehlerfreien Ausschreibung“ und „Rechtstitel für Mehrkostenforderungen“ war Thema einer weiteren Veranstaltung. Die vielfach gemeinsam mit dem Österreichischen Normungsinstitut durchgeführten Seminarveranstaltungen zeigten eine bewährte Zusammenarbeit zum beiderseitigen Vorteil, so etwa zum Thema „Vergabewesen aktuell“ mit Frau Dr. Mille, WKÖ, DI Dr. Kropik von der Bauinnung, Min.Rat Mag. Pachner vom Wirtschaftsministerium, Hofrat DI Pfeiler vom Kontrollsenat Steiermark, Mag. Dr. Fruhmann und Mag. Winkler, Bundeskanzleramt, sowie Mag. Platzer. Dabei wurden auch der Auftragnehmerkataster und die Aufgaben der neuen Bundesbeschaffungsgesellschaft beleuchtet. Die Baurechtsreise führte nach Dublin, wo in einer Diskussion mit einem irischen Anwalt die Dynamik der Wirtschaft des Landes, insbesondere auch in der Bauwirtschaft erörtert wurde.


2002 Dem ON-Bauschiedsgericht war eine weitere Veranstaltung der Herren o.Univ.Prof. Dr. Krejci und Dr. Huber gewidmet. Ein Kamingespräch im März referierte über den „aktuellen Stand der Vergaberechtsreform“. Die vielfach bewährten Vorträge für Baupraktiker von RA Dr. Kurbos wurden fortgesetzt. Die Vergaberechtsreform war Thema mehrerer Veranstaltungen, so etwa einer mit Frau Dr. Mille, Mag. Winkler, Univ.Prof. Dr. Holoubek, DI Dr. Ellmer, Dr. Schwayer, Dr. Elsner, Hofrat DI Pfeiler, Dr. Gölles, Dr. Kurbos, Dr. Huber, womit in allen Phasen der Beschlussfassung des neuen Vergabegesetzes Interessierte auf dem Laufenden gehalten und wohl auch Diskussionsbeiträge eingebracht werden konnten. Schließlich wurde auch das neue Wohnungseigentumsgesetz beleuchtet (Mag. Kothbauer) Die Baurechtsreise führte nach Ungarn und in die Slowakei mit Schwerpunkt in die kulturell eindrucksvolle Zipser Gegend. Bei der slowakischen und ungarischen Baurechtsgesellschaft fand in Budapest bzw. Pressburg ein Meinungsaustausch statt.

2003 „Die neue ÖNORM B 2110“, Vortragende Univ.Prof. Dr. Aicher und Dr. Gölles, war Thema eines Seminars. Über „Erste Erfahrungen mit dem neuen Vergaberecht, das neue Vergabeamt“ referierten in einem Kamingespräch die Herren Min.Rat. Dr. Sachs, Vorsitzender des Bundesvergabeamtes sowie Herr Mag. Dr. Michael Fruhmann, Bundeskanzleramt. Ein weiteres Seminar hatte „Problemlösungen und Checkliste zum Bundesvergabegesetz 2002“ mit den Vortragenden DI Dr. Ellmer, Dr. Gölles, DI Leißer zum Inhalt. Ferner referierten Univ.Prof. Dr. Aicher und Dr. Gölles zum Thema „Von der Ausschreibung zum Vertrag – Schnittstellen zwischen Vergabe- und Vertragsrecht“. Herr Hofrat Prof. Dr. Franz Hartl war Vortragender beim Seminar „Vertragsgespräche“. DI Peter Fischer, HL-AG, Dr. Hartwig Chromy, Bundesimmobiliengesellschaft, Dr. Oliver Sturm, Rechtsanwalt, Dr. Michael Breitenfeld, Rechtsanwalt, DI Dr. Heimo Ellmer, ON und Dr. Hans Gölles, SV referierten über „Erste Erfahrungen mit dem neuen Vergaberecht für Praktiker“. Die Baurechtsreise führte in den Elsass, wo neben den eindrucksvollen Zeugnissen einer großen kulturellen Vergangenheit auch Gelegenheit war, mit einem Professor der dortigen Universität einen Meinungsaustausch zu pflegen und die Einrichtungen des Europarates, des Europaparlaments und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte bei einem Besuch kennen zu lernen.

Am 29.10.2003 feierte die Gesellschaft ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Radisson SAS Palais Hotel bei dem Univ.Prof. Dr. Heinz Krejci, der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Gesellschaft einen Überblick über die Gründungsmotive und die Geschichte der Gesellschaft gab und auch zum neuen, von ihm wesentlich mitbetreuten Unternehmensrecht referierte. Zahlreiche in- und ausländische Glückwunschadressen bestätigten die Anerkennung, die sich die Gesellschaft erwerben konnte.
Mit insgesamt 12 Seminaren bzw. Kaminabenden und der Beteiligung an weiteren 6 Veranstaltungen, die federführend vom ON durchgeführt wurden, erbrachte die Gesellschaft in diesem Jahr eine besonders intensive Arbeitsleistung.


Im Jahr 2004 referierte u.a. Mag. Dr. Fruhmann über die Umsetzung des EU-Legislativpakets, Dr. Hans Gölles über Mängel in Angeboten und bei der Qualifikation gemäß BVergG, Dr. Katharina Hahnl und Dr. Michael Sachs präsentierten Entscheidungen zum BVergG, Min.Rat Mag. Franz Pachner und Dr. Hans Gölles zu aktuellen Fragen des Vergaberechts, zwei Mal fand eine Schulungsveranstaltung von RA Dr. Rainer Kurbos „Baurecht für Bauleiter“ statt. Die Baurechtsreise führte mit einem neuen Teilnehmerrekord von 35 Reisenden nach St. Petersburg, dessen kulturelle Attraktionen dennoch Zeit ließen vom Generalvertreter der VA Tech Sergej Sveshkov und RA Steven Shone über die Lage der russischen Bauwirtschaft, den Immobilienmarkt und die anlassbezogene verstärkte technische Kontrolle von Bauprojekten informiert zu werden. Hauptpunkte waren wohl der Besuch der Eremitage und des Sommerschlosses Peterhof sowie des Katharinenpalastes.


Im Jahr 2005 referierte Mag. Dr. Michael Fruhmann in 3 Veranstaltungen über das Vergabegesetz, zunächst über Entwürfe, zuletzt über die gesetzliche Neufassung.
Hofrat Prof. Dr. Franz Hartl analysierte Problemfälle beim Bauvertrag, Prüf- und Warnpflicht war das Thema von Frau Dipl.-Ing. Dr. Doris Link und Dr. Hans Gölles, über Auftragsvergabe im Sektorenbereich referierten Dipl.-Ing. Suttner und Dr. Gölles. Im Rahmen der Bausoftwaremesse Graz referierten RA Dr. Rainer Kurbos über Planerhaftung und Univ.Prof. Dr. Kropik über Preisangemessenheitsprüfung, Mag. (FH) Ing. Roland Irnberger über die elektronische Vergabe und Mag. Wolfgang Pointner über das Vergaberecht im allgemeinen. Die Baurechtsreise führte in die nordgriechische Stadt Thessaloniki, in einen im allgemeinen wenig bekannten Teil Griechenlands. Die Besichtigung brachte uns die Vielzahl historischer Bauten nahe, sicher ein wesentlicher Grund zur Wahl der Stadt zur europäischen Kulturhauptstadt. Großen Eindruck machte die hervorragend restaurierte und präsentierte Anlage der Königsgräber von Vergina. Über Stadtplanung und rechtlich Aspekte der griechischen Bauwirtschaft referierte Frau Arch. Dr. Maria Papapetrou und Herr RA Spyros Panagopoulos.
Bei der Neuwahl des Vorstandes in der Generalversammlung vom 3.11.2005 wurden statt einzelner der ausgeschiedenen Herren, wie Dr. Chromy und Dr. Griessl Dipl.-Ing. Dr. Georg Michael Vavrovsky als Vizepräsident
und als Vorstandsmitglieder
Dir. Mag. Bernd Stolzenburg Dr. Michael Sachs
Mag. Dr. Michael Fruhmann Dr. Rudolf Wach.
Mag. Gerald Katzensteiner Mag. Sidonie Kellner
gewählt.


Das Jahr 2006 brachte ein Seminar von Dr. Hans Gölles „Von der Angebotsöffnung zur Zuschlagsentscheidung“, RA Mag. Horst Fössl, RA Dr. Katharina Hahnl und der Direktor des Vergabeamt Dr. Michael Sachs referierten zu aktuellen Rechtsfragen zum BVergG 2006.
Über die Zulässigkeit zur Bildung von Bau-Argen referierte RA Dr. Hanno Wollmann, Dr. Hans Gölles und Mag. Michael Steibl, nachdem die bisherige Freistellungsverordnung nicht mehr in Geltung stand.
Häufige Fehlerquellen beim neuen Vergabegesetz war das Thema der Herren Mag. Dr. Michael Fruhmann, Dr. Hans Gölles und Dr. Michael Sachs.
Die Baurechtsreise 2006 blieb dem griechischen Wirtschaftsraum treu indem die geteilte Insel Zypern besucht wurde.
Eine besondere Verbindung zu Österreich bestand und besteht in der maßgeblichen Mitwirkung des verstorbenen Univ. Prof. Dr. Gassner bei der Neugestaltung des Steuerrechts in Anpassung an das EU-Recht, worüber Prof. Demetris Ioannides referierte. Frau Archtitektin Irmgard Gassner-Mavrommati referierte über Planung und Baugenehmigungsverfahren. Die Ausgrabungen von Paphos, die wunderbaren Malereien in den kleinen Kirchen im Troodos-Gebirge und auch ein Besuch im türkischen Nordteil zeigten die vielfältigen kulturellen Schätze dieses Landes.


Im Jahr 2007 fand ein Seminar zur funktionellen Ausschreibung gemeinsam mit der Asfinag einen großen Zuspruch. Das Thema Vergaberecht, traditionell ein wichtiges Seminarthema der Gesellschaft, wurde von RA Dr. Katharina Hahnl und den Herren Dr. Hans Gölles, RA Dr. Rainer Kurbos, RA Dr. Casati und Mag. Dr. Michael Fruhmann in 4 Veranstaltungen behandelt. Über Preisverhandlungen referierte Univ.Prof. DI Dr. Andreas Kropik.
Die Auswirkungen des neuen Unternehmensrechts beleuchtete RA Mag. Horst Fössl.
Eine wieder sehr gut besuchte Baurechtsreise führte in diesem Jahr nach Slowenien und Kroatien. Durch das Bauvorhaben „Zagreb Tower“ der Österreichischen Allgemeinen Baugesellschaft - A. Porr AG mit 80 m Höhe und 43.000 m2 Bürogeschossfläche ergab sich die Gelegenheit, das dortige Baurecht gewissermaßen am Anlassfall zu studieren und im Überblick erklärt zu erhalten. Zagreb, die Plitwitzer Seen, Opatija und Rijeka sowie die Stadtbesichtigung von Ljubljana (Laibach) brachten vielfältige Eindrücke von der wunderbaren Landschaft und der interessanten Architektur.


Das Jahr 2008 brachte erstmals als reines „Damenprogramm“ Referate von RA Dr. Katharina Hahnl und Mag. Andrea Schneider, Asfinag Bau Management GmbH., zum Thema „Vergaberecht: Formalismus? – Sinn und Sinnhaftigkeit“.
Der 11.6. schließlich wird Gelegenheit bieten im 30. Stock des Florido Towers – nahezu exakt am Tag der Gründung der Gesellschaft vor 30 Jahren - Referate zum Thema Baurecht aus der Sicht zweier Praktiker, RA Dr. Georg Karasek und des langjährigen Leiters der Abteilung Baurecht und Bauwirtschaft der Asfinag Dr. Rudolf Wach, zu hören.