Aufgaben und Ziele

Die Österreichische Gesellschaft für Baurecht wurde im Jahr 1978 von führenden Persönlichkeiten der Bauauftraggeber und der Wissenschaft sowie von Architekten, Zivilingenieuren, Rechtsanwälten, Mitarbeitern des Österreichischen Normungsinstitutes und der Interessenvertretungen der österreichischen Bauwirtschaft gegründet.

Es war von Anfang an das Ziel, ein Forum für Information und Diskussion über alle Fragen des öffentlichen und privaten Baurechts zu schaffen.

Die dynamische Entwicklung im Bereich des Baurechts wird noch wesentlich verstärkt durch den in seiner Bedeutung ständig wachsenden Überbau des EU-Rechtes. Daduch erlangte das ursprüngliche Ziel der Gesellschaft durch Vorträge von exzellenten Fachleuten aus Wirtschaft, Verwaltung und Anwaltsstand, den für das Alltagsgeschäft erforderlichen Überblick über die laufende Entwicklung des Baurechts im weitesten Sinn zu verschaffen oder zumindest zu verbessern, erhöhte Aktualität.

Es soll aber auch meinungsbildend auf künftige Rechtssetzungsmaßnahmen eingewirkt werden. Insbesondere der Bereich des Vergaberechts sowie des Bauvertragsrechtes seien hier als Schwerpunkte genannt, aber auch Themen wie öffentliches Baurecht, Baubetriebswirtschaft sowie Bauschiedsverfahren und Schiedsgutachten sind thematische Schwerpunkte der Gesellschaft. Ebenso hat das Steuerrecht für Entscheidungen über Bauinvestitionen wachsende Bedeutung.

Schon vor und bei Gründung der Gesellschaft gab es regen Meinungsaustausch mit den damals schon bestehenden Baurechtsgesellschaften in Deutschland und in den Niederlanden. Inzwischen besteht eine Europäische Vereinigung der Baurechtsgesellschaften, der mittlerweile 16 nationale Gesellschaften und Institute angehören. In deren Rahmen findet ein Erfahrungs- und Gedankenaustausch über die Grenzen hinweg statt, der mit der Übernahme des EU-Rechtes zusätzlich Gewicht gewonnen hat.

Dabei zeigt sich, dass das ausgewogene Verhältnis der Mitglieder der österreichischen Gesellschaft, nämlich aus Kreisen der Auftraggeber, der Auftragnehmer, und der Wirtschaft - einschließlich aller weiteren am Baugeschehen Beteiligten, wie z.B. Planern - große Vorteile bringt da andere nationale Gesellschaften teilweise nur von Anwälten, teilweise nur durch Universitätsinstitute repräsentiert werden.

Insbesondere auf dem Gebiet des Vergaberechtes hat die Gesellschaft bereits in den ersten Jahren nach Gründung durch eine umfassende Studie hohe Fachkompetenz gewonnen und wird auf diesem Gebiet weiterhin durch einschlägige Veranstaltungen und Wortmeldungen aktiv sein.

Neben der laufenden intensiven Seminartätigkeit werden aktuelle Themen - wie etwa neue Gesetzesvorhaben und grundsätzliche, baurelevante Urteile - in für jedermann frei zugänglichen Themenabenden behandelt.

Im Jahr 2008 hat die Gesellschaft mit der Herausgabe einer ebenso umfang- wie erfolgreichen Festschrift ein deutliches Lebenszeichen gesetzt.

Weil die langjährige Tätigkeit für uns auch die Verpflichtung zur ständigen Modernisierung in Inhalt und Form bedeutet, haben wir neben modernen Statuten auch ein zeitgemäßes ​Leitbild erarbeitet. Die laufende Fortentwicklung der Gesellschaft zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass wir im Rahmen der ​Statuten-Überarbeitung durch eine Umbenennung in "Österreichische Gesellschaft für Baurecht und Bauwirtschaft" der Tatsache Rechnung getragen haben, dass diese beiden Fachgebiete immer enger zusammenwachsen. Unser erklärtes Ziel bleibt dabei, unseren Mitgliedern auch weiterhin ausführlich Gelegenheit zu Information und Diskussion zu allen Themen des Baurechts zu bieten.​

Von 6. bis 8. Oktober 2016 fand in Wien die Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Baurecht (European Society of Construction Law - ESCL) statt. Sie stand unter dem Motto „Normen und Baurecht“. Anlässlich dieser Veranstaltung wurde von der ÖGEBAU ein zweisprachiger Tagungsband herausgegeben.

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